Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie Ein Preis der

Würdezentrierte Therapie für onkologische/ hämatoonkologische PatientInnen in der letzten Lebensphase

Krankenhaus St. Vinzenz, Zams

Anerkennungspreis

Begründung Jury

„Das Projekt berührt einen wichtigen Aspekt in der Betreuung von onkologischen Patienten, es gibt den Patienten bildlich gesprochen die Stimme zurück, lässt sie in angeleiteter Arbeit noch einmal verschiedene Aspekte ihres Lebens aufarbeiten und fördert so Kommunikation, die im Alltag des Krankenhauses oft zu kurz kommt. Zudem ist es auch von wissenschaftlicher Seite gut belegt.“

Infos zum Projekt

Die Würdezentrierte Therapie (WzT) ist eine Form der Biographiearbeit speziell mit Menschen, die mit lebensbedrohenden oder -verkürzenden Krankheiten leben. Prof. Dr. Harvey Chochinov, Professor für Psychiatrie an der Universität von Manitoba, Kanada, entwickelte diese Intervention auf Basis seiner seit 1995 betriebenen Forschung mit terminal an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten zum Thema „Würde“.

Hauptziel der Intervention ist die Stärkung der Patientenwürde und damit die Linderung der psychosozialen und existenziellen Not der Palliativpatienten. Die Patienten werden im Rahmen eines halbstrukturierten Interviews angeleitet, identitätsstiftende Ereignisse und Epochen ihres Lebens zu erzählen. Durch gezieltes Nachfragen, Aufschreiben und Vorlesen der Erinnerungen, Wünsche und Anliegen des Patienten soll die Wertschätzung für das eigene Leben erhöht, die Sinnfindung unterstützt und die Bedeutung des eigenen Lebenswerkes erkannt werden.

Dazu wird ein semistrukturiertes Interview geführt, das zum Erzählen von bedeutsamen Ereignissen im Leben sowie zur Formulierung einer Art „geistigen Vermächtnisses“ animiert. Dieses Gespräch wird auf Band aufgenommen, transkribiert und editiert. Das Dokument wird dem Patienten vollständig vorgelesen und auf Wunsch noch einmal geändert. Das fertige Dokument wird ansprechend gestaltet, gebunden und dem Patienten ausgehändigt, der es dann seinen Angehörigen zeigen und hinterlassen kann.

Projektziel

Ziel der Intervention ist die Stärkung der Patientenwürde mittels drei Faktoren:

  1. Förderung der Generativität: Geistiges Vermächtnis in schriftlicher Form.
  2. Stärkung der Persönlichkeit: Durch gezieltes Nachfragen und Aufschreiben der Erinnerungen, Wünsche und Anliegen des Patienten soll die Wertschätzung für das eigene Leben erhöht, die Sinnfindung unterstützt und die Bedeutung des eigenen Lebenswerkes erkannt oder verstärkt werden.
  3. Grundhaltung der Betreuer: Der Interviewer vermittelt durch seine Anteilnahme und sein Interesse an der Lebenserzählung Wertschätzung und Würdigung der Person mit ihren individuellen Lebenserfahrungen.

 

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

Krankenhaus St. Vinzenz, Zams