Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie Ein Preis der

Studie zur Effektivität von elektronischer Patientenbefragung zur Verbesserung der Behandler-Patienten-Kommunikation

Klinikum Wels-Grieskirchen, Abteilung für Innere Medizin IV

Anerkennungspreis

Begründung Jury

„Studien per se sind nicht immer dafür geeignet, die Kommunikation zu verbessern. In diesem Fall ist die Jury jedoch der Meinung, dass die Studie zur Effektivität elektronischer Patientenbefragung eine positive Auswirkung auf die Kommunikation hat. Die Ergebnisse haben zudem das Potenzial, Impulse für andere Projekte und Institutionen zu liefern und den Weg zum Ziel zu beschleunigen – also effektiv zur Förderung gelingender Kommunikation beizutragen.“  

Infos zum Projekt

Das seit Dezember 2017 laufende Projekt spricht Brustkrebspatientinnen in metastasiertem Stadium unter Therapie und deren Ärzte sowie Therapeuten an. Im Mittelpunkt stehen dabei die:

·        Lebensqualitätserfassung von Patientinnen durch Computer basierte Gesundheitsfragebögen.
·        Implementierung elektronischer Patientenbefragungen in die klinische Praxis.
·        Evaluierung des Einflusses von durch Computersoftware unterstützte Befragung auf Arzt-Patienten-Kommunikation und die Lebensqualität der Patientinnen.

Im Rahmen der Studie erfolgt eine 1:1-Randomisierung. Bei 50 % der Studienteilnehmerinnen erfolgt eine Anamnese im Rahmen der Routine. 50 % der Patientinnen erhalten vor der Visite bzw. vor dem Ambulanzkontakt einen elektronischen Fragebogen sowie sechs therapiespezifische Zusatzfragen zu Therapienebenwirkungen aus der „EORTC“-Fragendatenbank. Medizinischem Personal stehen die abgegebenen Antworten sowie der Beantwortungsverlauf im Rahmen der Therapie sofort zur Verfügung. Das ermöglicht ein direktes Eingehen auf die Bedürfnisse der Patientinnen.

Im Anschluss an den Arztkontakt erhalten alle Patientinnen einen anonymisierten Fragenbogen zu Erfassung der Qualität der Kommunikation. Wichtig ist dabei, dass Patientinnen das Gefühl haben, Probleme gut kommunizieren zu können. Neben Veränderungen im Gesundheitssystem, die Ärzten die Kommunikation und eine ganzheitliche Erfassung der Patientinnen erschwert, können auch Patientinnen ihrerseits Schwierigkeiten mit einer proaktiven Kontaktaufnahme mit den Behandlern haben ­– vor allem im Themenbereich der Sexualität.

Der elektronische Fragbogen bietet somit den Patientinnen die Möglichkeit, bereits vor dem Arztkontakt in aller Ruhe ihr Befinden zu reflektieren, die bestehenden Probleme anhand vorgegebener Fragestellungen zu formulieren und auch auf einer Skala von 1-4 zu werten. Medizinisches Personal kann durch die vorliegenden Antworten gezielter auf Probleme eingehen. Zudem kann durch Ansicht des Zeitverlaufes eine kontinuierliche Verschlechterung eher erfasst und weitere Probleme aktiv angesprochen werden. Themen können auch ausgelassen werden, falls jemand eine Frage nicht beantworten möchte.

Projektziel

Ziel ist es, durch die hier vorgestellte Form der Patientenbefragung im Anschluss an die elektronische Befragung oder die Standardbefragung zu evaluieren, ob die Patientinnen sich unter Einbeziehung der elektronischen Befragung besser betreut fühlen und ob Lebensqualität und Zufriedenheit gesteigert werden konnten. Die behandelnden Ärzte hingegen sollen evaluieren, ob auch für sie die elektronische Befragung eine Hilfestellung bei Anamnese und Kommunikation darstellt. Zusätzlich soll erfasst werden, ob sich durch die vor der Visite bzw. vor dem Ambulanzkontakt erhobene elektronische Gesundheitserfassung eine Änderung der Visitendauer ergibt.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

https://www.klinikum-wegr.at/abteilung/innere-medizin-iv/leistungsspektrum