Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie Ein Preis der

Schulinformationsfilm: „Ein Brief aus dem Krankenhaus“

St. Anna Kinderspital

Anerkennungspreis

Begründung Jury

„Wenn Mitschüler oder auch Lehrer an Krebs erkranken, wird das in der Schule oft nicht ausreichend thematisiert. So entsteht Unwissenheit, die oft auch zu Unsicherheit führt. Der Informationsfilm ist in den Augen der Jury ein geeignetes Vehikel, um Kommunikation in der betroffenen Klasse zu fördern und Unwissenheit auszugleichen. Auch wenn der Film selbst keine alleinstehend ausreichende Kommunikationsmaßnahme darstellt, so regt er doch Kommunikation an und ist daher auszeichnungswürdig.“  

Infos zum Projekt

Krebskranke Kinder und Jugendliche können ihre Schulen aufgrund therapiebedingter Immunsuppression für die Dauer der Therapie nicht besuchen. Nachvollziehbarerweise haben sie deswegen große Angst vor dem Verlust ihres sozialen und schulischen Umfeldes. Teil ihrer Klasse bleiben zu können, bedeutet für sie ein Stück weit Normalität und Zukunftshoffnung.

Gut informierte Herkunftsschulen sind hier die Grundlage für angst- und vorurteilsfreie Kommunikation zwischen Herkunftsschule und Kind sowie im Umgang mit Mitschülern über die lange Zeit der Abwesenheit hinweg. Daher werden die betroffenen Kinder in Zusammenarbeit mit ihren Herkunftsschulen durch Lehrkräfte der Wiener Heilstättenschule unterrichtet.

Um zusätzlich dazu auch den Schülern und Lehrern der Herkunftsschule die eigene Erkrankung näher zu bringen, wird ein sogenannter „Schulinformationsfilm“ herangezogen. Bei diesem handelt es sich konkret um einen ca. 13 Minuten langen Lehr- und Informationsfilm zum Thema „Krebs bei Kindern“. Exemplarisch erzählt darin ein Mädchen anhand der Diagnose Leukämie seiner Klasse über die Krankheit sowie vom Leben und Lernen mit gleichzeitiger Therapie im St. Anna Kinderspital.

Diese Form des „miteinander Kommunizierens“ ist besonders wichtig. Denn, wenn es keine ausreichend gute Information der Herkunftsschulen über den Grund der langen Absenz des Kindes gibt, führt dies leicht zu Verständnisproblemen mit der Schule, die zu Lasten des erkrankten Kindes gehen. Auch Mitschüler, die im Unklaren über den Verbleib und das Befinden des fehlenden Kindes gelassen werden, können unfreiwillig Gerüchte und vor allem Ängste befeuern. Durch Einsatz des Films im Rahmen der Informationsstunden können diese Probleme gelöst werden bzw. entstehen erst gar nicht.

Projektziel

Ziel des Projektes war es, gegen Unwissen, das zu Fehlschlüssen an den Herkunftsschulen führen kann, vorzugehen. Das Medium Film ermöglicht einen Wissenstransfer, schafft Vertrauen und führt zu Angstabbau bei den Schülern der Herkunftsschule. Angstabbau wiederum ermöglicht empathische Kommunikation und Unterstützung sowie die Aufrechterhaltung einer für das kranke Kind stützenden, hilfreichen Kommunikation während seiner langen Abwesenheit. Evaluiert wird das Erreichen dieser Ziele regelmäßig, unter anderem in schulinternen Intervisionen und wöchentlichen Team-Besprechungen im Rahmen der psychosozialen Abteilung.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

https://www.stanna.at