Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie Ein Preis der

Life happens wherever you are – Einsatz eines Avatars zur Verbesserung der schulischen Teilhabe von Kindern mit onkologischen Erkrankungen

Medizinische Universität Wien, Univ. Klinik f. Kinder- u. Jugendheilkunde

Förderpreis

Begründung Jury

„Das Projekt wurde von der Jury als besonders innovativ bewertet, da es Kindern mit einer Krebserkrankung ermöglichen soll, mittels Avatar weiter am Schulunterricht teilzunehmen. Der zielgruppenaffine Ansatz, durch eine coole technische Möglichkeit das Thema positiver zu besetzen und Teilhabe zu ermöglichen, wo sonst die Gefahr der Isolation besteht, ist ein weiterer Grund, das Projekt zu fördern. Zudem erachtet die Jury die Technologie als zukunftsträchtig und ist der Meinung, dass das Projekt das Potenzial hat, auch auf andere Bereiche übertragen werden zu können.“  

Infos zum Projekt

Kinder und Jugendliche mit onkologischen Erkrankungen sind oft durch lange Krankenhausaufenthalte einer sozialen Isolation ausgesetzt. Sie können über längere Zeiträume nicht oder nur unregelmäßig die Schule besuchen. So verpassen sie nicht nur den Unterricht, sondern werden auch aus ihrer gewohnten Routine gerissen und von ihrem sozialen Schulumfeld abgeschottet. Betroffene Kinder und Jugendliche berichten, dass sie vor allem den sozialen Kontakt vermissen und sich deswegen ausgegrenzt fühlen. Hinzu kommt die Angst, durch ihre lange Abwesenheit in Vergessenheit zu geraten und wichtige Ereignisse, wie etwa Schulveranstaltungen oder Ausflüge, zu verpassen. Denn selbst im Falle langer Krankenhausaufenthalte, wenn Kinder und Jugendliche in Heilstättenschulen unterrichtet werden, fehlt der Kontakt zur gewohnten Klassengemeinschaft und zu Freunden.

Um dieses Problem zu lösen, können Telepräsenzsysteme (virtuelle Klassenzimmer, mobile Roboter) Abhilfe schaffen. Diese Technologien haben Einzug in die pädagogisch-psychologische Arbeit gehalten und unterstützen vor allem jene Kinder, die aufgrund einer onkologischen Erkrankung die Schule länger nicht oder nicht regelmäßig besuchen können. Via Telekommunikation können sie dennoch am Unterricht teilhaben, können Fragen stellen, zuhören und mit Klassenkameraden und Lehrern interagieren. Der sozialen Isolation im Krankenhaus wird dadurch eine Grenze gesetzt.

Im Zuge des Projektes „Life happens wherever you are – Einsatz eines Avatars zur Verbesserung der schulischen Teilhabe von Kindern mit onkologischen Erkrankungen“ untersucht daher eine Gruppe der MedUni Wien die Einsatzmöglichkeiten des Avatars AV1 der Firma „No Isolation“. Der Telepräsenzroboter steht hierfür am Platz des Kindes im Klassenzimmer und kann auch auf Schulausflüge mitgenommen werden. Er ist über eine App mit dem Tablet des betroffenen Kindes/Jugendlichen verbunden. Patienten, Mitschüler, Pädagogen und natürlich das betreuende multiprofessionelle Team können gleichermaßen eingebunden werden.

Projektziel

Soziale Isolation aufgrund langer Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen mit onkologischen Erkrankungen soll durch den Einsatz eines Avatars minimiert werden. Dies soll negative Gefühle und Ängste der Betroffenen reduzieren, ihnen den Wiedereinstieg in den Schulalltag erleichtern sowie ihnen etwas von der gewohnten Routine wiedergeben.

Im Zeitraum eines Schuljahres wird daher die soziale Kommunikation vor und nach der Bereitstellung eines Avatars evaluiert. Erweist sich das Tool als hilfreich, wird eine dauerhafte Implementierung angestrebt.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde