Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie Ein Preis der

Lebensqualitätserhebung bei Patienten mit Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Klinikum Wels-Grieskirchen, Abteilung für Innere Medizin IV

Anerkennungspreis

Begründung Jury

„Bei diesem Projekt wird Patienten mit Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die eine Chemo-Therapie bekommen, bei jedem geplanten Aufenthalt ein digitaler Fragebogen zur Ergebung der Lebensqualität ausgehändigt. So ist es den Behandlern möglich, die Themen oder Probleme der Patienten schnell zu identifizieren und diese im Gespräch gezielt anzusprechen. Die Jury erachtet hier den Fokus auf die Lebensqualität sowie die persönlichen Bedürfnisse der Patienten als besonders hervorzuheben. Denn Behandler können so rasch erkennen, was Patienten beschäftigt und daraufhin gezielt kommunizieren.“

Infos zum Projekt

Durch die steigende Arbeitsbelastung im Klinik-Alltag wird die Zeit für Patienten immer kürzer. Um ihnen dennoch möglichst viel Zeit einzuräumen, über ihre Probleme zu sprechen und gemeinsam mit ihnen Lösungsmöglichkeiten dafür zu erarbeiten, wird im Zuge dieses Projektes mit Hilfe weniger Fragen ihre Lebensqualität erhoben. Dies geschieht durch einen digitalen Fragebogen, den die Patienten auf einem Tablet ausfüllen können.

Gefragt wird dabei speziell nach Nebenwirkungen der Chemotherapie, etwa Sensibilitätsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Durchfall oder Verstopfungen. Weil besonders der psychische Gesundheitszustand wichtig ist, werden auch Fragen zur Rollenfunktion bzw. ihrer sozialen und emotionalen Funktionen gestellt.

Die Vorteile dieser Erhebung sind einerseits, dass die Patienten die Möglichkeit haben, niederschwellig nach psycho-onkologischer Betreuung zu fragen, andererseits kann das behandelnde Team anhand der Antworten rasch möglichen Betreuungsbedarf erkennen und direkt auf die Patienten zugehen. Durch die Befragung werden die wichtigsten Chemotherapie-assoziierten Probleme bereits vor einem Gespräch erkannt und zügig und gezielt im Gespräch thematisiert. Somit bleibt bei der Visite mehr Zeit dafür, individuelle Fragen und Probleme zu besprechen.

Projektziel

Die routinemäßige Lebensqualitätserhebung soll die Kommunikation zwischen Patienten und dem behandelnden Team verbessern. Durch neue Therapiemöglichkeiten wird zwar das Überleben verlängert, doch ein zentraler Punkt jeder Behandlung ist die Lebensqualität der Betroffenen. Vor allem bei palliativen Chemotherapien ist das Ziel, Symptome (Schmerzen, Übelkeit, psychische Belastungen) zu lindern. Diese Symptome werden im direkten Gespräch zwar erfragt, aber aus der klinischen Praxis weiß man, dass diese oft bagatellisiert oder nicht im vollen Ausmaß berichtet werden. Besonders psychische Belastungen sind leider viel zu oft noch ein Tabu-Thema. Die digitale Erhebung der Lebensqualität kann so Probleme aufdecken, die ohne Tablet-Befragung unentdeckt geblieben wären.

Das Projekt wurde rezent durch zwei Master-Thesen evaluiert und wird laufend durch ein interdisziplinäres Team optimiert. Eine derzeit laufende Studie soll den positiven Nutzen für die Kommunikation zeigen.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

Klinikum Wels-Grieskirchen