Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie Ein Preis der

“IOEPCO” – Integration of Early Palliative Care into Oncology

Medizinische Universität Graz, Universitätsklinik für Innere Medizin, Abteilung für Onkologie

Förderpreis

Begründung Jury

„Alle Jurymitglieder waren sich einig, dass der Einsatz von palliativer Pflege in der Onkologie ein sehr aktuelles und wichtiges Thema ist. Das vorliegende Projekt trifft daher einen sehr hohen Bedarf, da palliative Betreuung für onkologische Patienten gerade intensiv diskutiert wird. Die Jury sieht mit der Unterstützung dieses Projektes durch den Förderpreis auch die Möglichkeit, ein Vorzeigeprojekt umzusetzen, das in weiterer Folge andere Kliniken unterstützen kann, palliative Ansätze in der Onkologie zu integrieren.“  

Infos zum Projekt

Laut aktuellen Guidelines wird eine spezialisierte Palliative Care bereits in einem relativ frühen Stadium einer (Krebs-)Erkrankung empfohlen. Die Einbindung der Palliative Care geschieht jedoch aus unterschiedlichen Gründen meist 30 bis 60 Tage vor dem Tod betroffener Menschen und somit deutlich zu spät.

Mögliche Gründe für die späte Einbindung von Palliativmedizinern in die Behandlung von unheilbar kranken Menschen sind Fehleinschätzungen über das Potential einer frühzeitigen Einbindung, eventuelle Versagensängste des Fachpersonals durch das Gefühl, den Patienten „aufgeben zu müssen“ oder persönliche Barrieren in einer gezielten Artikulation der Prognose und Ist-Situation der Erkrankung.

Eine interdisziplinäre Ambulanz zwischen der klinischen Abteilung für Onkologie sowie der palliativmedizinischen Einrichtung soll nun im Zuge dieses Projektes dazu beitragen, Menschen mit einer unheilbaren Krebserkrankung frühzeitig mit einem besseren Krankheitsverständnis und einer vorzeitigen Planung von Hilfsmöglichkeiten vertraut zu machen. Besonders die Arzt-Patienten-Beziehung soll sich dadurch verbessern, Vertrauen schaffen und die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich verbessern. Auch die vorausschauende Organisation allfälliger Unterstützungsmöglichkeiten sowie die Diskussion sogenannter „Goals of Care“ wird stärker in den Fokus gerückt. Dabei sollen Themen angesprochen werden, die sich rund um die Krankheitsaufklärung und den gewünschten Aufklärungsgrad, individuelle Bedürfnisse, Hoffnungen und Behandlungsalternativen als auch deren realistische Umsetzung drehen.

Projektziel

Nach der Ambulanzöffnung soll das Projekt während seiner Pilotphase (Mai 2021 – Mai 2023) optimiert und evaluiert werden und schließlich als fixer Bestandteil in der Betreuung unheilbar erkrankter Menschen bestehen bleiben. Die vollständige Etablierung einer Ambulanz für frühzeitige und spezialisierte Palliative Care ab der Diagnosestellung einer unheilbaren Krebserkrankung muss deswegen vor allem konsequent und durchgehend, parallel zu ihrer onkologischen Therapie, vom Palliative Care-Team mitbetreut werden.

Im Rahmen einer randomisierten Pilotstudie soll das Projekt, gleichzeitig zum Aufbau der Ambulanz, evaluiert werden. Dafür werden Patienten mit Pankreaskarzinom in zwei Gruppen („early Palliative Care“ vs. „Standard Care“) randomisiert und regelmäßig mittels Fragebögen befragt, in deren Zentrum Themen wie Lebensqualität, Symptomlast, Suizidalität und Sterbewunsch stehen sollen. Nach Abschluss der Aufbauphase und Pilotstudie kann bei gegebenen Ressourcen die Ambulanztätigkeit erweitert werden.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

https://inneremedizin.uniklinikumgraz.at/onkologie/Seiten/default.aspx/