Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie Ein Preis der

Einführung in ärztliche Aufgaben im Umfeld des Sterbens

Barmherzige Brüder Krankenhaus Wien

Anerkennungspreis

Infos zum Projekt

In Österreich wird der überwiegende Teil der Sterbenden von Ärztinnen und Ärzten der Grundversorgung behandelt. Die spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung soll sich, entsprechend den Vorgaben des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheit, mit den komplexen Situationen befassen, die etwa 15 Prozent ausmachen. Die ärztliche Ausbildung enthielt jedoch bis zur jüngsten Ausbildungsreform keinen verpflichtenden spezifisch palliativen Anteil. Um diese Lücke im ärztlichen Bildungskonzept zu schließen, wurde am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien, dessen interne Abteilung einen onkologischen Schwerpunkt hat, ein palliatives Bildungsprojekt für junge Ärzte mit Fokus auf die ärztliche Kommunikation entwickelt.

Neu beginnende Turnusärzte am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien erhalten zeitnah zu ihrem Berufseinstieg Bildungsangebote, um mehr Sicherheit in der Kommunikation mit lebensbedrohlich Erkrankten und ihren Angehörigen zu erlangen. Unterrichtseinheiten zur Kommunikation sind in ein umfangreicheres Programm zur Palliativbildung namens „Einführung in ärztliche Aufgaben im Umfeld des Sterbens“ integriert. Zentrale Elemente des Programms sind Einführung in ärztliche Kommunikation, ein Leitfaden zum Überbringen einer Todesnachricht und ein Kommunikationstraining mit einer Schauspielpatientin.

Das Bildungsprogramm wurde nach eingehender Evaluierung in den Regelbetrieb übernommen und wird unter stetiger Weiterentwicklung fortgesetzt.

 

Projektziel

Die Überforderung, die manche jungen Ärzte im Umgang mit lebensbedrohlich Erkrankten und Sterbenden erleben, wurde erkannt. Die Belastung soll durch gezielte Vorbereitung gemildert werden. Durch das Teilen der eigenen Erfahrungen soll die Gruppe der Kollegen als Ressource der Erleichterung erkannt und genutzt werden. Damit wird auch an einer Kultur des wechselseitigen voneinander Lernens gearbeitet. Durch die Förderung der palliativen Kompetenz aller Ärzte soll die Behandlungsqualität von Tumorpatienten in jedem Stadium vorangetrieben werden. Einer der bedeutendsten Schritte auf diesem Weg ist die Verbesserung der ärztlichen Kommunikation durch strukturierte Schulung und Gelegenheiten zur Übung in mehreren Varianten des Rollenspiels, wie auch die gemeinsame Reflexion des Geschehens in Todesfall-Nachbesprechungen. Denn wenn Ärzte sich in der Begleitung von Tumorpatienten entlastet fühlen, sind auch erleichternde Auswirkungen auf die Patienten zu erwarten.

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