Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie Ein Preis der

“IOEPCO” – Integration of Early Palliative Care into Oncology

Laut aktuellen Guidelines wird eine spezialisierte Palliative Care bereits in einem relativ frühen Stadium einer (Krebs-)Erkrankung empfohlen. Die Einbindung der Palliative Care geschieht jedoch aus unterschiedlichen Gründen meist 30 bis 60 Tage vor dem Tod betroffener Menschen und somit deutlich zu spät.

Mögliche Gründe für die späte Einbindung von Palliativmedizinern in die Behandlung von unheilbar kranken Menschen sind Fehleinschätzungen über das Potential einer frühzeitigen Einbindung, eventuelle Versagensängste des Fachpersonals durch das Gefühl, den Patienten „aufgeben zu müssen“ oder persönliche Barrieren in einer gezielten Artikulation der Prognose und Ist-Situation der Erkrankung.

Eine interdisziplinäre Ambulanz zwischen der klinischen Abteilung für Onkologie sowie der palliativmedizinischen Einrichtung soll nun im Zuge dieses Projektes dazu beitragen, Menschen mit einer unheilbaren Krebserkrankung frühzeitig mit einem besseren Krankheitsverständnis und einer vorzeitigen Planung von Hilfsmöglichkeiten vertraut zu machen. Besonders die Arzt-Patienten-Beziehung soll sich dadurch verbessern, Vertrauen schaffen und die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich verbessern. Auch die vorausschauende Organisation allfälliger Unterstützungsmöglichkeiten sowie die Diskussion sogenannter „Goals of Care“ wird stärker in den Fokus gerückt. Dabei sollen Themen angesprochen werden, die sich rund um die Krankheitsaufklärung und den gewünschten Aufklärungsgrad, individuelle Bedürfnisse, Hoffnungen und Behandlungsalternativen als auch deren realistische Umsetzung drehen.

Projektziel

Nach der Ambulanzöffnung soll das Projekt während seiner Pilotphase (Mai 2021 – Mai 2023) optimiert und evaluiert werden und schließlich als fixer Bestandteil in der Betreuung unheilbar erkrankter Menschen bestehen bleiben. Die vollständige Etablierung einer Ambulanz für frühzeitige und spezialisierte Palliative Care ab der Diagnosestellung einer unheilbaren Krebserkrankung muss deswegen vor allem konsequent und durchgehend, parallel zu ihrer onkologischen Therapie, vom Palliative Care-Team mitbetreut werden.

Im Rahmen einer randomisierten Pilotstudie soll das Projekt, gleichzeitig zum Aufbau der Ambulanz, evaluiert werden. Dafür werden Patienten mit Pankreaskarzinom in zwei Gruppen („early Palliative Care“ vs. „Standard Care“) randomisiert und regelmäßig mittels Fragebögen befragt, in deren Zentrum Themen wie Lebensqualität, Symptomlast, Suizidalität und Sterbewunsch stehen sollen. Nach Abschluss der Aufbauphase und Pilotstudie kann bei gegebenen Ressourcen die Ambulanztätigkeit erweitert werden.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

https://inneremedizin.uniklinikumgraz.at/onkologie/Seiten/default.aspx/ 

Schulinformationsfilm: „Ein Brief aus dem Krankenhaus“

Krebskranke Kinder und Jugendliche können ihre Schulen aufgrund therapiebedingter Immunsuppression für die Dauer der Therapie nicht besuchen. Nachvollziehbarerweise haben sie deswegen große Angst vor dem Verlust ihres sozialen und schulischen Umfeldes. Teil ihrer Klasse bleiben zu können, bedeutet für sie ein Stück weit Normalität und Zukunftshoffnung.

Gut informierte Herkunftsschulen sind hier die Grundlage für angst- und vorurteilsfreie Kommunikation zwischen Herkunftsschule und Kind sowie im Umgang mit Mitschülern über die lange Zeit der Abwesenheit hinweg. Daher werden die betroffenen Kinder in Zusammenarbeit mit ihren Herkunftsschulen durch Lehrkräfte der Wiener Heilstättenschule unterrichtet.

Um zusätzlich dazu auch den Schülern und Lehrern der Herkunftsschule die eigene Erkrankung näher zu bringen, wird ein sogenannter „Schulinformationsfilm“ herangezogen. Bei diesem handelt es sich konkret um einen ca. 13 Minuten langen Lehr- und Informationsfilm zum Thema „Krebs bei Kindern“. Exemplarisch erzählt darin ein Mädchen anhand der Diagnose Leukämie seiner Klasse über die Krankheit sowie vom Leben und Lernen mit gleichzeitiger Therapie im St. Anna Kinderspital.

Diese Form des „miteinander Kommunizierens“ ist besonders wichtig. Denn, wenn es keine ausreichend gute Information der Herkunftsschulen über den Grund der langen Absenz des Kindes gibt, führt dies leicht zu Verständnisproblemen mit der Schule, die zu Lasten des erkrankten Kindes gehen. Auch Mitschüler, die im Unklaren über den Verbleib und das Befinden des fehlenden Kindes gelassen werden, können unfreiwillig Gerüchte und vor allem Ängste befeuern. Durch Einsatz des Films im Rahmen der Informationsstunden können diese Probleme gelöst werden bzw. entstehen erst gar nicht.

Projektziel

Ziel des Projektes war es, gegen Unwissen, das zu Fehlschlüssen an den Herkunftsschulen führen kann, vorzugehen. Das Medium Film ermöglicht einen Wissenstransfer, schafft Vertrauen und führt zu Angstabbau bei den Schülern der Herkunftsschule. Angstabbau wiederum ermöglicht empathische Kommunikation und Unterstützung sowie die Aufrechterhaltung einer für das kranke Kind stützenden, hilfreichen Kommunikation während seiner langen Abwesenheit. Evaluiert wird das Erreichen dieser Ziele regelmäßig, unter anderem in schulinternen Intervisionen und wöchentlichen Team-Besprechungen im Rahmen der psychosozialen Abteilung.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

https://www.stanna.at

Studie zur Effektivität von elektronischer Patientenbefragung zur Verbesserung der Behandler-Patienten-Kommunikation

Das seit Dezember 2017 laufende Projekt spricht Brustkrebspatientinnen in metastasiertem Stadium unter Therapie und deren Ärzte sowie Therapeuten an. Im Mittelpunkt stehen dabei die:

·        Lebensqualitätserfassung von Patientinnen durch Computer basierte Gesundheitsfragebögen.
·        Implementierung elektronischer Patientenbefragungen in die klinische Praxis.
·        Evaluierung des Einflusses von durch Computersoftware unterstützte Befragung auf Arzt-Patienten-Kommunikation und die Lebensqualität der Patientinnen.

Im Rahmen der Studie erfolgt eine 1:1-Randomisierung. Bei 50 % der Studienteilnehmerinnen erfolgt eine Anamnese im Rahmen der Routine. 50 % der Patientinnen erhalten vor der Visite bzw. vor dem Ambulanzkontakt einen elektronischen Fragebogen sowie sechs therapiespezifische Zusatzfragen zu Therapienebenwirkungen aus der „EORTC“-Fragendatenbank. Medizinischem Personal stehen die abgegebenen Antworten sowie der Beantwortungsverlauf im Rahmen der Therapie sofort zur Verfügung. Das ermöglicht ein direktes Eingehen auf die Bedürfnisse der Patientinnen.

Im Anschluss an den Arztkontakt erhalten alle Patientinnen einen anonymisierten Fragenbogen zu Erfassung der Qualität der Kommunikation. Wichtig ist dabei, dass Patientinnen das Gefühl haben, Probleme gut kommunizieren zu können. Neben Veränderungen im Gesundheitssystem, die Ärzten die Kommunikation und eine ganzheitliche Erfassung der Patientinnen erschwert, können auch Patientinnen ihrerseits Schwierigkeiten mit einer proaktiven Kontaktaufnahme mit den Behandlern haben ­– vor allem im Themenbereich der Sexualität.

Der elektronische Fragbogen bietet somit den Patientinnen die Möglichkeit, bereits vor dem Arztkontakt in aller Ruhe ihr Befinden zu reflektieren, die bestehenden Probleme anhand vorgegebener Fragestellungen zu formulieren und auch auf einer Skala von 1-4 zu werten. Medizinisches Personal kann durch die vorliegenden Antworten gezielter auf Probleme eingehen. Zudem kann durch Ansicht des Zeitverlaufes eine kontinuierliche Verschlechterung eher erfasst und weitere Probleme aktiv angesprochen werden. Themen können auch ausgelassen werden, falls jemand eine Frage nicht beantworten möchte.

Projektziel

Ziel ist es, durch die hier vorgestellte Form der Patientenbefragung im Anschluss an die elektronische Befragung oder die Standardbefragung zu evaluieren, ob die Patientinnen sich unter Einbeziehung der elektronischen Befragung besser betreut fühlen und ob Lebensqualität und Zufriedenheit gesteigert werden konnten. Die behandelnden Ärzte hingegen sollen evaluieren, ob auch für sie die elektronische Befragung eine Hilfestellung bei Anamnese und Kommunikation darstellt. Zusätzlich soll erfasst werden, ob sich durch die vor der Visite bzw. vor dem Ambulanzkontakt erhobene elektronische Gesundheitserfassung eine Änderung der Visitendauer ergibt.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

https://www.klinikum-wegr.at/abteilung/innere-medizin-iv/leistungsspektrum

 

“IONA“ – Interdisziplinäre Onkologische Nachsorgeambulanz

Aktuell betreuen das St. Anna Kinderspital sowie die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien junge Erwachsene nach einer erfolgreichen Behandlung einer (hämato-)onkologischen Erkrankung für einen eingeschränkten Zeitraum. Danach sind diese sogenannten „Survivors“ auf eine selbstorganisierte Betreuung im niedergelassenen Bereich angewiesen, in dem keine koordinierte Anlaufstelle vorhanden ist.

Da auch Jahre später noch viele Überlebende einer Krebserkrankung mit den Folgen eben dieser zu kämpfen haben, soll mit dem Projekt „IONA“ des Hanusch-Krankenhaus die skizzierte Versorgungslücke zur Langzeitnachsorge von Erwachsenen geschlossen werden. Berücksichtigt werden dabei stets die individuelle Vorgeschichte sowie mögliche Spätkomplikationen durch die Erkrankung und/oder die Behandlung.

Angesprochen werden Erwachsene über 18 Jahre, die als Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene onkologisch oder hämatologisch erkrankt sind. Gearbeitet wird mit einem interdisziplinären Konzept, nach dem die Patienten nicht nur medizinisch (durch eine Hämato-/Onkologin), sondern auch psychosozial durch zwei Psychologinnen und einen Sozialarbeiter betreut werden können.

Projektziel

Das laufende Projekt setzt sich eine standardisierte, risikostratifizierte, zielgruppenspezifische Nachsorge ehemals an Krebs erkrankter Erwachsener zum Ziel. Im Fokus stehen die frühzeitige Vorbeugung, Erfassung und Behandlung von Spätkomplikationen, Rezidiven oder Sekundärtumoren.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.836609

Unterstützung auf Augenhöhe: Mentoring für junge Krebspatienten

„Wir hätten uns damals gewünscht, mit jemanden reden zu können, der die Krebserkrankung schon überstanden hat.“ Dieser Wunsch vieler ehemaliger Patienten ist der Grund, weshalb die Survivors 2004 mit der Unterstützung der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe (ÖKK) das Mentoring-Programm in Österreich konzipiert und umgesetzt haben.

Hintergrund dieser Aussage ist häufig die Angst vor der Krankheit, der Therapie, aber auch der unsicheren Zukunft. Das Mentoring durch junge Erwachsene, die in ihrer Kindheit oder Jugend selbst an Krebs erkrankt waren, bietet den jungen Patienten Unterstützung auf Augenhöhe und Erfahrungsaustausch, um so Angst zu nehmen, neue Perspektiven zu entdecken und Mut und Hoffnung zu schöpfen. Dadurch ergibt sich ein Austausch mit Personen, die in ihrer Kindheit oder Jugend selbst an Krebs erkrankt waren, die in denselben Spitalszimmern wie man selbst behandelt wurden und auch mit Haarausfall und Appetitlosigkeit aufgrund der Therapie zu kämpfen hatten. Und es ermöglicht, Fragen stellen zu können, die nur jemand beantworten kann, der Ähnliches erlebt hat – Fragen, von denen man glaubt, sie sonst niemandem stellen zu können.

Je nach Gegebenheiten der 6 teilnehmenden Kliniken, wird Mentoring im Einzel- oder Gruppensetting im Rahmen von wöchentlichen, zweiwöchentlichen oder monatlichen Besuchen auf der Station angeboten. Grundlage bietet der Mentoring-Lehrgang der ÖKK (bestehend aus 4 Modulen zu 160 Einheiten), der Voraussetzung zur Ausführung der Tätigkeit als Mentor.

Projektziel

Im Mittelpunkt des Mentoring-Programms steht der Erfahrungsaustausch, während medizinische Fragen nicht behandelt werden. Vielmehr geht es darum, Angst zu nehmen, Hoffnung und Mut zu geben, emotionale Unterstützung zu bieten, Perspektiven für das Leben nach der Krebserkrankung aufzuzeigen und Fragen zu beantworten, die nur Survivors einer kinderonkologischen Erkrankung beantworten können.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe

Ab nach Hause! Informationen für die Zeit nach dem stationären Aufenthalt auf der Aplasiestation der Inneren Medizin III

Werden Patienten von der Aplasiestation entlassen, haben sie aufgrund ihrer Erkrankung und der damit verbundenen Therapien ein reduziertes Immunsystem. Obgleich die Vorfreude groß ist, fürchten sich viele Patienten vor dem Moment, wenn sie nach mehrwöchiger Isolation auf der Station wieder in die „keimbelastete“ Welt nach Hause dürfen.

Die Informationsbroschüre „Ab nach Hause“ deckt daher, angelehnt an Nancy Roper, alle Bereiche und Aktivitäten des täglichen Lebens ab, bei denen zu Hause Unsicherheiten entstehen können:  Bei welchen Symptomen muss ich mich unbedingt auf der Station melden? Wie erkenne ich niedrige Blutplättchen? Was darf ich nun essen? Darf ich Haustiere umarmen? Wieviel Sport kann und darf ich betreiben? Warum bin ich so oft müde? Ist Sex wieder erlaubt?

Diese Fülle an Informationen, die bisher nur mündlich kommuniziert wurde, wird nun auch schriftlich weitergegeben und ist somit jederzeit für den Patienten und die Angehörigen abrufbar. Entwickelt und ausgearbeitet wurde die 26-seitige Entlassungsbroschüre von vier DGKP im Laufe der letzten zwei Jahre. Sie dient einer verbesserten Kommunikation beim pflegerischen Entlassungsgespräch nach dem Aufenthalt auf der Aplasiestation. Als „verlängerter Arm“ der Pflege kann das Booklet Patienten und Angehörige auch zu Hause informieren und die Betroffenen bei der Alltagsgestaltung mit einem reduzierten Immunsystem unterstützen und somit mehr Sicherheit geben.

Projektziel

Ziel des Projektes war in erster Linie, dass entlassene Patienten und ihre Angehörigen, trotz mancher Einschränkungen, den Alltag zu Hause beruhigt leben und bei Fragestellungen niederschwellig nachschlagen können. Ein zweites wesentliches Ziel ist, dass die Broschüre für das Pflegeteam ein Hilfsmittel ist, um einheitlich dieselben Informationen an Patienten zu kommunizieren und das Entlassungsgespräch strukturierter führen zu können als bisher.

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Uniklinikum Salzburg

Lebensqualitätserhebung bei Patienten mit Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Durch die steigende Arbeitsbelastung im Klinik-Alltag wird die Zeit für Patienten immer kürzer. Um ihnen dennoch möglichst viel Zeit einzuräumen, über ihre Probleme zu sprechen und gemeinsam mit ihnen Lösungsmöglichkeiten dafür zu erarbeiten, wird im Zuge dieses Projektes mit Hilfe weniger Fragen ihre Lebensqualität erhoben. Dies geschieht durch einen digitalen Fragebogen, den die Patienten auf einem Tablet ausfüllen können.

Gefragt wird dabei speziell nach Nebenwirkungen der Chemotherapie, etwa Sensibilitätsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Durchfall oder Verstopfungen. Weil besonders der psychische Gesundheitszustand wichtig ist, werden auch Fragen zur Rollenfunktion bzw. ihrer sozialen und emotionalen Funktionen gestellt.

Die Vorteile dieser Erhebung sind einerseits, dass die Patienten die Möglichkeit haben, niederschwellig nach psycho-onkologischer Betreuung zu fragen, andererseits kann das behandelnde Team anhand der Antworten rasch möglichen Betreuungsbedarf erkennen und direkt auf die Patienten zugehen. Durch die Befragung werden die wichtigsten Chemotherapie-assoziierten Probleme bereits vor einem Gespräch erkannt und zügig und gezielt im Gespräch thematisiert. Somit bleibt bei der Visite mehr Zeit dafür, individuelle Fragen und Probleme zu besprechen.

Projektziel

Die routinemäßige Lebensqualitätserhebung soll die Kommunikation zwischen Patienten und dem behandelnden Team verbessern. Durch neue Therapiemöglichkeiten wird zwar das Überleben verlängert, doch ein zentraler Punkt jeder Behandlung ist die Lebensqualität der Betroffenen. Vor allem bei palliativen Chemotherapien ist das Ziel, Symptome (Schmerzen, Übelkeit, psychische Belastungen) zu lindern. Diese Symptome werden im direkten Gespräch zwar erfragt, aber aus der klinischen Praxis weiß man, dass diese oft bagatellisiert oder nicht im vollen Ausmaß berichtet werden. Besonders psychische Belastungen sind leider viel zu oft noch ein Tabu-Thema. Die digitale Erhebung der Lebensqualität kann so Probleme aufdecken, die ohne Tablet-Befragung unentdeckt geblieben wären.

Das Projekt wurde rezent durch zwei Master-Thesen evaluiert und wird laufend durch ein interdisziplinäres Team optimiert. Eine derzeit laufende Studie soll den positiven Nutzen für die Kommunikation zeigen.

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Klinikum Wels-Grieskirchen

Life happens wherever you are – Einsatz eines Avatars zur Verbesserung der schulischen Teilhabe von Kindern mit onkologischen Erkrankungen

Kinder und Jugendliche mit onkologischen Erkrankungen sind oft durch lange Krankenhausaufenthalte einer sozialen Isolation ausgesetzt. Sie können über längere Zeiträume nicht oder nur unregelmäßig die Schule besuchen. So verpassen sie nicht nur den Unterricht, sondern werden auch aus ihrer gewohnten Routine gerissen und von ihrem sozialen Schulumfeld abgeschottet. Betroffene Kinder und Jugendliche berichten, dass sie vor allem den sozialen Kontakt vermissen und sich deswegen ausgegrenzt fühlen. Hinzu kommt die Angst, durch ihre lange Abwesenheit in Vergessenheit zu geraten und wichtige Ereignisse, wie etwa Schulveranstaltungen oder Ausflüge, zu verpassen. Denn selbst im Falle langer Krankenhausaufenthalte, wenn Kinder und Jugendliche in Heilstättenschulen unterrichtet werden, fehlt der Kontakt zur gewohnten Klassengemeinschaft und zu Freunden.

Um dieses Problem zu lösen, können Telepräsenzsysteme (virtuelle Klassenzimmer, mobile Roboter) Abhilfe schaffen. Diese Technologien haben Einzug in die pädagogisch-psychologische Arbeit gehalten und unterstützen vor allem jene Kinder, die aufgrund einer onkologischen Erkrankung die Schule länger nicht oder nicht regelmäßig besuchen können. Via Telekommunikation können sie dennoch am Unterricht teilhaben, können Fragen stellen, zuhören und mit Klassenkameraden und Lehrern interagieren. Der sozialen Isolation im Krankenhaus wird dadurch eine Grenze gesetzt.

Im Zuge des Projektes „Life happens wherever you are – Einsatz eines Avatars zur Verbesserung der schulischen Teilhabe von Kindern mit onkologischen Erkrankungen“ untersucht daher eine Gruppe der MedUni Wien die Einsatzmöglichkeiten des Avatars AV1 der Firma „No Isolation“. Der Telepräsenzroboter steht hierfür am Platz des Kindes im Klassenzimmer und kann auch auf Schulausflüge mitgenommen werden. Er ist über eine App mit dem Tablet des betroffenen Kindes/Jugendlichen verbunden. Patienten, Mitschüler, Pädagogen und natürlich das betreuende multiprofessionelle Team können gleichermaßen eingebunden werden.

Projektziel

Soziale Isolation aufgrund langer Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen mit onkologischen Erkrankungen soll durch den Einsatz eines Avatars minimiert werden. Dies soll negative Gefühle und Ängste der Betroffenen reduzieren, ihnen den Wiedereinstieg in den Schulalltag erleichtern sowie ihnen etwas von der gewohnten Routine wiedergeben.

Im Zeitraum eines Schuljahres wird daher die soziale Kommunikation vor und nach der Bereitstellung eines Avatars evaluiert. Erweist sich das Tool als hilfreich, wird eine dauerhafte Implementierung angestrebt.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde

Intensivbetreuung bei der Reintegration am Arbeitsplatz

Nach einer Krebserkrankung wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren, ist nicht einfach. Die Reintegration am Arbeitsplatz ist ein Thema, dem derzeit noch nicht ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet wird, obwohl eine schnellere Rückkehr der Patienten in den Arbeitsmarkt wünschenswert wäre. Die Österreichische Gesellschaft für Gesundheitsmediation und Intensivberatung hat 2013 ein Projekt ins Leben gerufen, das gesundheitlich beeinträchtigte Menschen und ihre Angehörigen in dieser Phase begleitet. Bisher mussten verschiedenste
Anlaufstellen aufgesucht werden – so entstand die Idee eines integrierten Beratungsprozesses durch ein multiprofessionelles Team.

Projektziel

Die Resilienz der Patienten und ihrer Angehörigen soll durch verbesserte Kommunikation zwischen allen Beteiligten – im privaten und beruflichen, aber auch im medizinisch-therapeutischen Umfeld – gefördert werden. Ein höheres Maß an Selbstbestimmung über die eigene Gesundheit soll zur Stärkung der Gesundheit beitragen. Themen im Beratungsprozess sind beispielsweise die frühere Rückkehr in die Erwerbstätigkeit, ein besserer Umgang mit der Erkrankung, die Verhinderung von Invalidisierung oder die Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

www.oeggmib.at

Surviva – 1. Brustkrebs Nachsorge Online Kongress

Die Krankheit oder die Behandlung ist bewältigt, zurück bleiben viele Fragen: In der Brustkrebs-Nachsorge bleiben viele Frauen mit ihren Herausforderungen und Sorgen allein – Langzeitfolgen, Nebenwirkungen der Chemo- oder Hormontherapie, Rezidivangst. Surviva bietet unter Beteiligung führender Brustkrebsexpert/innen in Österreich eine Anlaufstelle: Kostenlos, online und einfach von zu Hause oder dem Handy aus werden interessierte Patientinnen eingebunden. Eine Betroffene führt mit Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Klinik und Rehabilitation Interviews zu Patientinnen-Fragen und zu Themen wie Kochrezepten, Entspannungs- oder praktischen Trainingsübungen.

Projektziel

Der Surviva Brustkrebs Nachsorge Online Kongress soll Frauen Antworten auf ihre Fragen geben, ihnen helfen, sich wieder in den Alltag zu integrieren und Bewusstsein für das „Leben danach“ schaffen. Obwohl Frauen nach einer abgeschlossenen Brustkrebstherapie die ursprüngliche Zielgruppe des Kongresses waren, zeigen die ersten Erfahrungen, dass der Bedarf weit größer ist. Frauen während der Therapie nehmen genauso teil wie Frauen, die ihre Behandlung vor mehreren Jahrzehnten durchlebt haben.

Mehr Infos zur einreichenden Organisation:

www.surviva.eu

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